Viel hilft viel – hoher Trainingsstand dank Flatrate ist ein Schritt zu mehr Sicherheit

Auch wenn’s auf der Grambeker Heide bei Thermikende manchmal fast so aussieht wie hier in Heathrow, gibt’s doch einen wichtigen Unterschied: Berufspiloten betreiben die Fliegerei in erster Linie als Beruf, nicht als Hobby. Entsprechend hoch ist der Trainingsstand. Bei der Segelfliegerei hängt der Trainingsstand natürlich in erster Linie vom Engagement der Pilotinnen und Piloten ab. Jede/r sollte eigentlich ein Interesse daran haben, möglichst oft und viel zu fliegen, um im Training zu bleiben. Aber natürlich fragt man sich manchmal, ob man jetzt X Euro für eine Platzrunde anlegen will, wenn wettermäßig wieder gar nichts geht.

Beim BLCL war uns klar, dass dieses Denken nicht in die richtige Richtung führt. Schon lange haben wir auf Startentgelte verzichtet und nur die Flugzeit berechnet. Mit einem Euro für drei zehn Minuten waren wir damit schon in der Vergangenheit recht günstig.

Im vergangenen Jahr haben wir uns entschieden, noch einen Schritt weiter zu gehen: Wir änderten die Berechnungsgrundlage für die Flugentgelte radikal und stellten alles auf Pauschale um. Konkret bedeutet dies, dass aktive Pilotinnen und Piloten für eine Flatrate von 50,- Euro im Jahr soviel fliegen können, wie sie wollen. Nebenbei macht das die ganze Geschichte sehr übersichtlich: Monatsbeitrag x 12 + 50,- = Kosten für das Segelfliegen pro Jahr.

Wir kommen sicherlich auch unter größten Anstrengungen nicht auf die Start- und Landefrequenz von Heathrow. Aber wir müssen als Aktive nicht mehr an der falschen Stelle sparen: Der fliegerischen Praxis.

Segelfliegen, die familienfreundliche Variante

In einer der letzten Nummern unserer Berliner-DAEC Verbandszeitschrift „Der Lilienthaler“ beschrieb ein Segelflieger die potenzielle Familienfeindlichkeit unseres Sports. Regina Mansow, Nichtfliegerin im BLCL aber auf dem Flugplatz aufgewachsen, beschrieb dazu in der aktuellen Nummer die Lage in unserem Verein.

Den Volltext habe ich hier für alle Nicht-Berliner – arme Kerle, aber soll es ja geben – nochmal eingefügt.

Lilienthaler 1/2012 Seite 9:
Am Segelfliegen scheiden sich nicht nur die Geister von Hubert

Es geht auch anders…

Seit mehr als 50 Jahren ist unser kleiner Berliner Segelflugverein auf der Grambeker Heide in Schleswig-Holstein nicht nur fliegerisch aktiv, sondern auch famlientauglich.

Neben 30 aktiven Piloten, Schülern und „nur noch“ mitfliegenden altgedienten Ex-Piloten tummeln sich Wochenende für Wochenende auch fast genau so viel nichtfliegende Partner, nicht mehr fliegende Kameraden und noch nicht fliegender Nachwuchs.

Wie ist das Phänomen zu erklären, fast jedes Wochenende 400 bis 500 km – gern in Fahrgemeinschaften – zu fahren, um Nicht-zu-Fliegen? Vielleicht liegt es an der Gemeinschaft und der Begeisterung, abends gemeinsam an den Flugerlebnissen der Aktiven teilzuhaben, nebenbei gemeinsam zu kochen und zu essen, Nachbarschaftshilfe und Nachhilfe zu leisten, Bodenpersonal zu ergänzen, Ausfüge zu unternehmen (z.B. zur sagenumwobenen Eisdiele nach Ratzeburg am schönen Ratzeburger See oder zum benachbarten Hellbachtal, zum Naturschutzgebiet Schaalsee oder oder oder) oder einfach beim Kaffeeklatsch die neuesten Neuigkeiten zu bequatschen.

Es ist uns in all den Jahren gelungen – dank Wohnwagen und Übernachtungsräumen -, ein zweites Zuhause zu schaffen, ein Mehrgenerationenheim von 2 bis 90 Jahren, einen gemütlichen Raum, bei dem es zwar viel und hauptsächlich, aber eben nicht nur ums Fliegen geht. Es gibt bei uns zahlreiche sonnige Tage, an denen wir gemeinsam den Fliegern nachschauen und Langeweile eben auch für Nichtflieger ein Fremdwort bleibt.

Wie gesagt, es geht auch anders, fliegen muss nicht familienfeindlich sein, wenn der „Anhang“ eigene Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort findet .Jedenfalls hat es sich für unsere Gemeinschaft quasi als „Schweißdraht“ herausgestellt, dass wir von Freitag Abend bis Sonntag nach „Flugschluss“ zusammen bleiben.

Es grüßt vom BLCL die Nichtfliegerin Regina

BLCL ist günstiger als fliegender Teppich

Mit einem pauschalen Flugentgelt von 50 Euro pro Jahr und einem monatlichen Mitgliedsbeitrag von aufgerundet 40 Euro pro Familie ist der BLCL deutlich günstiger als der fliegende Teppich des Entwicklungshilfeministers. Jetzt muss man als Minister nicht unbedingt rechnen können, aber man sollte sich beim Verkalkulieren zumindest nicht erwischen lassen. Bei uns ist keins von beidem drin: Spitz gerechnet und mit dem Ziel, möglichst viel und damit auf möglichst hohem Trainingsstand zu fliegen haben wir uns beim BLCL für diese Variante entschieden. Sollte Minister Niebel demnächst zeitliche Ressourcen frei haben, bei uns ist er willkommen. Wir sind überparteilich.