Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – Nienburg, Gardelegen, Grambek

Unten ein kleiner Flugbericht unseres Vereinkollegen Hermann Bantle, der sich am 25.7.2012 mit Patrick Bantle als Co und Steffen Krusch vom BLCL in der LS 8 auf den Weg von der Heide in den Harz machte. Steffen hat seine Außenlandung auch – wie es sich gehört – ordentlich für den Webmaster dokumentiert. So soll es sein 😉

Die LS 8 fast wieder in Grambek: Optimal an der direkten Zufahrtstraße ausgerollt. Und hier auch noch einige Fakten zu den Flügen:

OLC Tageswertung
OLC Flug Steffen
Skylines Flug Hermann + Patrick

 

 

Hermanns Bericht:

Am Mittwoch letzter Woche hatte ich mich telefonisch mit Steffen Krusch zur gemeinsamen Fahrt nach Mölln verabredet. Donnerstag sollte es endlich mal wieder „ordentlich“ Wetter für den Streckensegelflug geben.

Nach schweißtreibender Umräumaktion in der Halle steht die LS8 für Steffen und die DG505 mit mir und Patrick als Copilot zum Start bereit. Der Plan: Flug nach Nienburg, Gardelegen und zurück zur Grambeker Heide. Windenstart gegen 13 Uhr. Die Wetteroptik gen Südosten ist deutlich besser denn Richtung Westen. Wir entscheiden uns für Gardelegen als ersten Wendepunkt, dann weiter nach Nienburg an der Weser. Gardelegen liegt beim Anflug auf die erste Wende unter wolkenlosem Himmel. Weiterflug vorbei an Wolfsburg und Braunschweig. Die Umrundung der zweiten Wende bei Nienburg erscheint mir wegen der fortgeschrittenen Tageszeit fraglich. Für eine Stippvisite zum Harz sollte es aber noch reichen. Bei Goslar am Nordrand des Harz‘ gemeinsames Kurbeln mit Paraglidern unter fetten Cumuli. Die Wolkenbasis ist hier allerdings deutlich niedriger als weiter nördlich. Nach einer halben Stunde und drei vergeblichen Anläufen, den Brocken zu umrunden, drehe ich auf Heimatkurs. Steffen ist inzwischen schon weit davongeeilt und meldet sich bei Braunschweig.

Die Thermik trägt die DG noch gut bis Uelzen. Nach Lüneburg fehlen noch 300 Höhenmeter, die auch nach halbstündiger Feinarbeit in der Abendthermik nicht mehr auf dem Höhenmesser erscheinen. Steffen ist inzwischen fast „zu Hause“. Er landet 10 Kilometer von der Grambeker Heide entfernt auf einem Stoppelacker. Das DG-Team entscheidet sich zur sicheren Landung auf dem Flugplatz Uelzen, pünktlich zum Betriebsschluss um 19 Uhr.

Wolfgang und Lars holen Steffen mit Auto und Anhänger ab. Durch eine glückliche Fügung des Schicksals bekommen wir in Uelzen die Gelegenheit, uns mit der Super Dimona aus Ummern in Richtung unseres Heimatflugplatzes schleppen zu lassen. In 1.300 Metern Höhe und 35 Kilometern Entfernung vom Flugplatz klinken wir südlich der Elbe aus und gleiten im Licht der tief stehenden Sonne in seidenweicher Luft „nach Hause“. Ganz herzlichen Dank an unseren Schlepppiloten Benno, der alle Hebel für unsere elegante Heimkehr in Bewegung gesetzt hat, an seinen Copiloten für die Hilfe am Boden und das Warten auf die Rückkehr der Dimona, an den Flugleiter für seine Überstunde und zu guter Letzt an Steffen für den erlebnisreichen gemeinsamen Streckenflug.

Segelfliegen, die familienfreundliche Variante

In einer der letzten Nummern unserer Berliner-DAEC Verbandszeitschrift „Der Lilienthaler“ beschrieb ein Segelflieger die potenzielle Familienfeindlichkeit unseres Sports. Regina Mansow, Nichtfliegerin im BLCL aber auf dem Flugplatz aufgewachsen, beschrieb dazu in der aktuellen Nummer die Lage in unserem Verein.

Den Volltext habe ich hier für alle Nicht-Berliner – arme Kerle, aber soll es ja geben – nochmal eingefügt.

Lilienthaler 1/2012 Seite 9:
Am Segelfliegen scheiden sich nicht nur die Geister von Hubert

Es geht auch anders…

Seit mehr als 50 Jahren ist unser kleiner Berliner Segelflugverein auf der Grambeker Heide in Schleswig-Holstein nicht nur fliegerisch aktiv, sondern auch famlientauglich.

Neben 30 aktiven Piloten, Schülern und „nur noch“ mitfliegenden altgedienten Ex-Piloten tummeln sich Wochenende für Wochenende auch fast genau so viel nichtfliegende Partner, nicht mehr fliegende Kameraden und noch nicht fliegender Nachwuchs.

Wie ist das Phänomen zu erklären, fast jedes Wochenende 400 bis 500 km – gern in Fahrgemeinschaften – zu fahren, um Nicht-zu-Fliegen? Vielleicht liegt es an der Gemeinschaft und der Begeisterung, abends gemeinsam an den Flugerlebnissen der Aktiven teilzuhaben, nebenbei gemeinsam zu kochen und zu essen, Nachbarschaftshilfe und Nachhilfe zu leisten, Bodenpersonal zu ergänzen, Ausfüge zu unternehmen (z.B. zur sagenumwobenen Eisdiele nach Ratzeburg am schönen Ratzeburger See oder zum benachbarten Hellbachtal, zum Naturschutzgebiet Schaalsee oder oder oder) oder einfach beim Kaffeeklatsch die neuesten Neuigkeiten zu bequatschen.

Es ist uns in all den Jahren gelungen – dank Wohnwagen und Übernachtungsräumen -, ein zweites Zuhause zu schaffen, ein Mehrgenerationenheim von 2 bis 90 Jahren, einen gemütlichen Raum, bei dem es zwar viel und hauptsächlich, aber eben nicht nur ums Fliegen geht. Es gibt bei uns zahlreiche sonnige Tage, an denen wir gemeinsam den Fliegern nachschauen und Langeweile eben auch für Nichtflieger ein Fremdwort bleibt.

Wie gesagt, es geht auch anders, fliegen muss nicht familienfeindlich sein, wenn der „Anhang“ eigene Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort findet .Jedenfalls hat es sich für unsere Gemeinschaft quasi als „Schweißdraht“ herausgestellt, dass wir von Freitag Abend bis Sonntag nach „Flugschluss“ zusammen bleiben.

Es grüßt vom BLCL die Nichtfliegerin Regina

Der BLCL schafft die Energiewende

Während andere noch streiten und diskutuíeren hat der BLCL auf der Grambeker Heide seine eigene kleine Energiewende schon mal umgesetzt. Unser fast neuer e-Lepo, der bis vor einigen Jahren ein recht trauriges Leben auf einem Golfplatz führen musste, fühlt sich hier recht wohl. Mittlerweile zieht er unsere Ein- und Zweisitzer und muss sich dabei nicht um Platzreife und das 18. Loch kümmern. Außerdem passt der Kleine allerbest zu unserer Elektrowinde, die wir seit 2004 auf dem Platz haben.

Sonne in Canitz

Liebe Leute,

wem beim Rausschauen schon ganz herbstlich um die Nase wird, der sollte lieber mal zurück schauen. Unsere vier BLCL-Flieger, die dieses Jahr auf der Streckenflugwoche in Riesa Canitz waren, hatten jedenfalls Sonne satt, wie die Bilder zeigen. (Danke an Steffen „The Man“ Krusch für das Material)

Die Wertungen auf Soaringspot:
Gemischte Klasse

6. AB Johann Wigger    LS 8/18m
7. BM Martin Noth ASW 28E/18m

Große Clubklasse

9. TB Steffen Krusch LS 4
20. BL Wolfgang Thomas LS 4

BLCL ist günstiger als fliegender Teppich

Mit einem pauschalen Flugentgelt von 50 Euro pro Jahr und einem monatlichen Mitgliedsbeitrag von aufgerundet 40 Euro pro Familie ist der BLCL deutlich günstiger als der fliegende Teppich des Entwicklungshilfeministers. Jetzt muss man als Minister nicht unbedingt rechnen können, aber man sollte sich beim Verkalkulieren zumindest nicht erwischen lassen. Bei uns ist keins von beidem drin: Spitz gerechnet und mit dem Ziel, möglichst viel und damit auf möglichst hohem Trainingsstand zu fliegen haben wir uns beim BLCL für diese Variante entschieden. Sollte Minister Niebel demnächst zeitliche Ressourcen frei haben, bei uns ist er willkommen. Wir sind überparteilich.

Die Segelflug-AG

Ein schöner Beitrag des SWR zur Segelflug AG der Ferdinand-Steinbeis-Schule, einem technischen Gymnasium in Reutlingen. Leider lässt sich der Beitrag nicht einbetten, daher hier der Link.

Frühstücken bei Profis

Von 8. Juni bis 10. Juni waren 11 Jugendliche mit zwei Betreuern zu Gast auf der Grambeker Heide. Gemeinsam mit dem Kreisjugendring des Herzogtums-Lauenburg hatten die Segelflugvereine BLCL und LSV ein gemeinsames Schnupperwochenende angeboten. Obwohl es Mitte der Woche noch danach ausgesehen hatte, als würde die ganze Idee ins Wasser fallen, konnte es am Freitag tatsächlich losgehen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung ins Segelfliegen und Bezug der Betten in der BLCL-Unterkunft gings zur ersten Orientierung auf den Platz.

Nach einem BLCL-Traditionsfrühstück (siehe O-Ton von Felix Krupp im Titel) im Görlitzer Ring 12 startete der Flugbetrieb. Mit zwei BLCL- und einem LSV-Doppelsitzer konnten wir trotz des heftigen Windes alle TeilnehmerInnen einmal in die Luft bekommen. Heftiges Durchschütteln inklusive. Nach Ende des Flugbetriebs ließen wir den Abend bei einem BLCL-Traditionsabendessen (Pasta, zweierlei Soßen und Pesto) mit EM-Fussi zum Nachtisch ausklingen.

Deutlich ruhigeres Wetter erlaubte am Sonntag dann auch noch einige längere Flüge, so dass alle hoffentlich auf ihre Kosten kamen. Uns vom BLCL hat’s jedenfalls gefreut. Kommt gern wieder.